Samstag, 19.11.2011 20h Kaserne Basel

ODED GRAF UND YOSSI BERG - ANIMAL LOST NIV SHEINFELD & OREN LAOR DANCE PROJECTS IN COLLABORATION WITH KEREN LEVI - BIG MOUTH

Im Rahmen eines Doppelabends zeigen die drei PerformerInnen Niv Sheinfeld & Oren Laor sowie das freie Ensemble Yossi Berg & Oded Graf Dance Theatre ihre Arbeiten «Big Mouth» und «Animals Lost». Beide Projekte erkunden das Dilemma zwischen dem Wunsch nach gesellschaftlicher Zugehörigkeit und der Sehnsucht nach individuellem Ausdruck.

«Big Mouth» ist eine choreographische Arbeit über den Konflikt zwischen dem Individuum und dem israelischen Kollektiv. Drei Tänzer bewegen sich zu Märschen des israelischen Nationalkanons, wie beispielsweise zur ‹Hymne der heldenhaften israelischen 7. Panzerbrigade›. Diese Eckpfeiler der israelischen Militärkultur verlangen ausdrücklich Konformität und Einheit. Die Darsteller sind gefangen in dem Konflikt, Teil des grossen Ganzen zu sein und zugleich die persönliche Identität zu bewahren.

«Animal Lost» ist der zweite Teil des Doppelabends - in der Choreographie von Yossi Berg und Oded Graf erkunden die TänzerInnen Stereotypen, Missverständnisse und soziale Klischees. Das Stück stellt Fragen zu kulturellen und sozialen Unterschieden. Dabei wechseln die TänzerInnen zwischen Illusion und Wirklichkeit, zwischen Animalischem und Menschlichem und zeigen uns unsere Flexibilität und Fähigkeit, uns immer wieder neu zu definieren.

«Big Mouth» ist eine Koproduktion mit dem Grand Theatre Groningen
«Animal Lost» ist eine Koproduktion von Yossi Berg und Oded Graf und  Dansescenen Theater Kopenhagen und wird unterstützt von Augustinus Fonden, Nordea Fonden, Statens Kunstrads Scenekunstudvalg und dem Danish Arts Council.    



MITTWOCH 16.11. 20.00h Kaserne Basel

Storm End Come - Yasmeen Godder

Eine Reise in unvorhersehbare, komplexe psychische Zustände in einem sich ständig verändernden Kontext - das ist ‹Storm End Come› von Yasmeen Godder. Das Stück, das im Februar dieses Jahres in Tel Aviv uraufgeführt wurde, befasst sich mit einer Gefühlswelt, die vor der sozialen Ordnung existiert, und es beruhe, wie Yasmeen Godder in einem Interview erklärte, auf ganz persönlichen Antworten der Tänzer auf die Frage nach ihrer Identität ... MEHR

INTERVIEW mit Yasmeen Godder (Holländisch, ab 2.35min Englisch) 

VIDEOAUSSCHNITT



Heute, 11.11. bis Samstag, 12.11. 20h Theater Roxy Birsfelden

AMIT DRORI - SAVANNA. UN PAYSAGE POSSIBLE

Ausgangspunkt für dieses neue interdisziplinäre Stück von Amit Drori ist sein Wunsch die Mechanismen von Objekten zu verstehen. Bereits als kleiner Junge versuchte er zu ergründen, woraus das Klavier auf dem seine Mutter spielte, gemacht war. Sie starb und er wurde erwachsen, zerlegte das Klavier Stück für Stück. Doch es gab sein Geheimnis nicht Preis. Diese neugierige Suche begleitet ihn auch bei seiner Arbeit mit den Tierrobotern, wie sich auch in seinem neuen Stück «Savanna. Un paysage possible» zeigt.

 

Das Werk nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in eine imaginäre Savanne, die mechanische Tiere, wie Schlangen, Vögel, Raupen und Elephanten beheimatet. Sie bestehen aus Metall und Holz, aber ihre Augen erzählen von einem verlorenen Paradies. Im zentrum der Bühne steht ein Baum, der ebensogut die Szenerie bei «Warten auf Godot» ausstatten könnte. Samuel Beckett ist eines von Droris Vobildern, das er während seines Studiums an der School of Visual Theatre in Jerusalem entdeckte. Amit Drori: «Als Kind spielte ich Gitarre und wollte Musiker werden. In unserem ersten Studienjahr stellten sie uns verschiedenste Disziplinen vor und plötzlich verfiel ich dem Theater und war von Marionetten und Puppen fasziniert.» Die ersten Puppen, die er kreierte, waren zwei Kinder mit riesigen Köpfen, sehr realistischen Gesichtern und winzigen Körpern. «Sie sahen aus wie Spermien», sagt Drori. 

 

Von den Eltern - sein Vater war Architekt, seine Mutter Spezialistin für mittelalterliche Kunst - nimmt er autobiographische Elemente in seine Arbeit auf, die er selbst als «nicht-endenden Prozess» beschreibt. Jede seiner Kreationen entwickelt sich langsam und es dauert Jahre bis er ein Werk fertigstellt. Drori beschäftigte sich immer stärker mit den Mechanismen selbst, um seine Puppen autonom agieren zu lassen, so dass er in «Savanna» schließlich Roboter nutzt. «Es war ein Albtraum», meint Drori lachend. «Welche Tastenkombinationen geben dem Tier einen naturgetreuen oder realistischen Ausdruck? Zuerst muss man ihre Autonomie verstehen und diese dann beim Bau der Roboter beachten. Aber das reicht nicht. An dem Baby-Elefanten zum Beispiel haben ein Kollege und ich anderthalb Jahre Tag und Nacht gearbeitet. Zeitweise hat es technisch funktioniert, aber dem Ausdruck fehlte jegliche Empfindsamkeit. Das konnten wir nicht akzeptieren und mussten von Neuem anfangen.» 

 

«Savanna. Un paysage possible» schafft einen Dialog zwischen künstlich geschaffenem Paradies und menschlicher Vorstellung von Natur. Im Verlauf des Stückes muss der Zuschauer sich mit beiden Sichtweisen auseinandersetzen. Was ist Virtualität? Wer steuert wen - der Mensch den Roboter oder der Roboter den Menschen?

 

ʻSavanna.Un paysage possibleʼ - Video 

Interview mit Amit Drori

Dauer: 60 min. [keine Pause]

Sprache: Deutsch

Konzept & Regie: Amit Drori

Ausstattung: Noam Dover

Projektion: Michal Sara Cederbaum

Video: Jérôme Vernez

Musik: Gai Sherf

Performer: Amit Drori, Sylwia Drori, Gai Sherf, Jérôme Vernez, Inbal Yomtovian

Produktion: Théàtre Vidy-Lausanne

Koproduktion: Bonlieu scène national Annecy, Culturescapes - Basel

Unterstützt durch: Services culturels de lʼAmbassade d ʼIsraël en France, Mamuta Pasal center of arts, Jerusalem      



Dienstag, 8.11. 19.00h Literaturhaus Basel

LIZZIE DORON ‹DAS SCHWEIGEN MEINER MUTTER›

Ein Photo. Ein Garten, Tel Aviv, 50er-Jahre. Im Vordergrund ein kräftiges kleines Mädchen, den Blick in die Kamera gerichtet. Im Hintergrund ein Gebüsch, und dort, eingerahmt von einem kleinen weissen Kreis, ein weiteres Gesicht, fast unkenntlich. Ist das der Vater, den das Mädchen nicht kannte? Nach dem es wieder und wieder vergeblich fragte und dann - längst erwachsen - zu forschen begann? Eine Suche nach Sinn und Begründung eines, wie sich zeigen wird, wahnwitzigen Geheimnisses.

Lizzie Doron (*1953 in Tel Aviv) studierte Linguistik, bevor sie Schriftstellerin wurde. In ihrem autobiografischen Debütroman erzählt sie vom Israel der Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Leben ihrer Mutter, einer Überlebenden des Holocaust. Das Werk gehört in Israel inzwischen zur Schullektüre. Für ihr zweites Buch, »Lama lo bat lifne ha-milchama?« (2004; dt. »Ruhige Zeiten«, 2005) wurde Doron mit dem von der Gedenkstätte Yad Vashem vergebenen Buchman-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2007 erhielt sie den Jeanette-Schocken-Preis, den Bremerhavener Bürgerpreis für Literatur. ‹Das Schweigen meiner Mutter› ist ihr fünftes und bisher persönlichstes Buch. Doron setzt sich seit vielen Jahren aktiv für eine Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern und für mehr Demokratie und Gleichberechtigung in Israel ein. Zur Zeit arbeitet sie mit einem palästinensischen Filmproduzenten an einem gemeinsamen Projekt.    

 

Moderation: Bettina Spoerri



WISAM GIBRAN - CHROMATIC SILENCE (REZITAL FÜR SOLO-OUD)

Programm: 1. Exile 2. Improvisation I (Free style) 3. Uruk 4. Canaan Love Story 5. Improvisation II (Based on a theme of J.S.Bach) 6. Nareen (By: Monier Bashier) 7. Um El-Khulkhal (By: Monier Bashier) 8. If only I have a wing (By: Shareef Muhyi din Heider) 9. The Dancing Child (By: Shareef Muhyi din Heider) 10. Imaginary Palestinian Song 11. After The Last Sky Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 10, 11 komponiert von Wisam Gibran

Geboren in Nazareth, begann Wisam Gibran in jungen Jahren mit Violinunterricht bei seinem Vater und am Konservatorium in Haifa. Er studierte Klavier und Oud und darüber hinaus Komposition und Musikwissenschaft in Moskau und Berlin.

In den Jahren 1993/94 komponierte Wisam Gibran seine erste Sinfonie ‹Gilgamesch›, welche vom Moskauer Sinfonieorchester uraufgeführt wurde. Wisam Gibran tritt als Violinist und Oud-Spieler weltweit auf und ist vermutlich der einzige Komponist für orientalische Oud und experimentelle Musik. Wisam Gibran leitet das arabisch-jüdische Youth Orchestra seit dessen Gründung im Jahre 2002.

Interview mit Wisam Gibran auf DRS2aktuell



How to Love - Aktuelle Zeichenkunst aus Israel

5.11.11 - 26.02.12

Israel wird hierzulande vor allem als Land im Brennpunkt eines langen und tragischen Konflikts wahrgenommen, dabei bilden auch in Israel zwischenmenschliche Beziehungen die Basis des Alltagslebens.

Ein gemeinsames Projekt der international bekannten Künstlergruppe Actus aus Tel Aviv widmet sich diesem Alltagsleben und dem Thema Liebe. Es erschien zuerst als Buch unter dem Titel «How to Love». Die gleichnamige Ausstellung im Cartoonmuseum Basel zeigt nun das künstlerische Schaffen der Actus-Künstler Rutu Modan, Yirmi Pinkus, Mira Friedmann, Batia Kolton, Itzik Rennert und David Polonsky, das weit über den Comic hinaus geht und sich zwischen Graphic Novel, Zeichnung, Grafik, Typografie und Poesie entfaltet. 
Die Ausstellung «How to Love» präsentiert neben den für das Buch entstandenen Arbeiten in einem zweiten Teil weitere Werke der drei Actus-Künstler, Modan, Pinkus und Polonsky, und stellt den preisgekrönten Animationsfilm «Waltz with Bashir» von Regisseur Ari Folman vor, den Polonsky als Art Director mitgestaltet hat. Die Werke in den verschiedensten Techniken, Medien und Formaten erlauben einen aktuellen und persönlichen Einblick in die Befindlichkeit von Menschen, die in Israel leben.

Vernissage: Freitag, 4.11.2011, 18.30 Uhr. Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

Eine Kooperation mit dem Cartoonmuseum BaselCULTURESCAPES und dem Israeli Cartoon Museum Holon    



Micheline Calmy-Rey übernimmt das Patronat für CULTURESCAPES Israel 2011

Micheline Calmy-Rey, Bundespräsidentin und Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, hat das Patronat für die diesjährige Festivalausgabe übernommen.    

April 2011

CULTURESCAPES Israel 2011

Nachdem sich CULTURESCAPES im Jahr 2010 mit einer Sonderausgabe China dem Grossen Land der Mitte widmete, befindet sich das Basler Festival in den Vorbereitungen für das 9. Festival in Folge: CULTURESCAPES Israel 2011.

Ausgehen von einem dichten Netzwerk von Partnern in Basel und der Schweiz, mit denen über 40 Projekte aus unterschiedlichen Sparten realisiert werden, erhält der Zuschauer einen intensiven Einblick in das Kulturschaffen Israels. Koproduktionen sind in diesem Jahr u.a.:         

OFIRA HENIG – BOTH UPON A TIME

«Both Upon a Time» untersucht Volksmärchen aus der arabischen Welt. Die Begegnung mit den Märchen zeigt, wie gegenwärtig wohl bekannte Mythen im heutigen Diskurs sind. Ofira Henigs Stück bringt auf Hebräisch und Arabisch Geschichten von Minderheiten auf die Bühne und steht damit für kulturelle Vielfalt ein. Die Produktion wird in einem work in progress über mehrere Monate hinweg entwickelt.

Koproduktion des Herzliya Ensembles mit dem Zürcher Theater Spektakel, dem TAK Theater Liechtenstein, dem Haifa MunicipalTheatre und CULTURESCAPES 

 

AMIT DRORI – SAVANNA

Ein neues interdisziplinäres Stück von Amit Drori: Auf der Bühne wird eine imaginäre Landschaft eines mythischen Gartens kreiert, in dem das Leben gerade erst begonnen hat. Jedes Tier ist auf einzigartige Weise angefertigt, um das Wesentliche des Ausdrucks und der Sensibilität zu formen und zu bewahren. Es ist eine komplizierte Technik, die auf computergestützten Sequenzen und lebensnahen Bewegungsformen basiert. Die Maschinen erzeugen menschliche Emotionen und spielen mit den Grenzen der Identifikation. Die Spannung zwischen dem Bild und seiner Entstehung enthüllt sich dem Publikum als Einladung zur Reflektion über unsere subjektive Wahrnehmung.

 

Video

 

Produktion: Théatre Vidy-Lausanne 

Koproduktion mit dem CAC Bonlieu Scène Nationale Annecy und CULTURSCAPES         

KOMPOSITIONSAUFTRAG AN CHAYA CZERNOWIN

In Zusammenarbeit mit dem Ensemble Nikel (Tel Aviv) und dem Berner Symphonieorchester übergibt das Festival CULTURESCAPES den diesjährigen Kompositionsauftrag an die israelische Komponistin Chaya Czernowin.

Die Uraufführung der Komposition sowie zwei weitere Konzerte finden Mitte Oktober 2011 im Rahmen von CULTURESCAPES Israel 2011 in Bern und Basel statt. Das Interesse an Chaya Czernowins Komposition ist gross, so dass es bereits Anfragen von anderen europäischen Orchestern gibt.  

 

Chaya Czernowin

Ensemble Nikel

Berner Symphonieorchester

YASMEEN GODDER: STORM END COME

Yasmeen Godders neuste Performance „Storm End Come" feierte am 28. Februar 2011 Premiere im Suzanne Dellal Center in Tel Aviv. Diese Inszenierung zählt zu einer ihrer abstraktesten, bei welcher die Performer durch komplexe psychische Zustände geführt werden.

 

Ora Brafman, The Jerusalem Post:«Godder herself has a unique presence with powerful, intense and inimitably assured, playfully wicked stage persona.This time she stepped back and left the stage to a cast of six dancers. Yet unmistakably, her unique signature, her idiosyncratic lexicon was tightly anchored in the work by all her dancers, particularly Dalia Chaimsky and Shulamit Enoch, her best interpreters that evening.» more

 

Ayelet Dekel, Midnight East: «Excruciatingly physical, Storm End Come is an exhaustive exploration of experience, from existential angst, fear and alienation to orgiastic embraces and the harsh pleasure of children on a playground - sweaty, rough, triumphant, breathless, a human calligraphy of the emotions on white canvas.» more      

 


Eine Koproduktion mit dem Grand Theatre Groningen, dem Centro per la Scena Contemporanea und CULTURESCAPES